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VITAMIN WELL Frauenlauf Berlin

„Ich doch nicht“

Als Anja die Diagnose Brustkrebs erhielt, wollte sie sie zunächst nicht wahrhaben. „Ich doch nicht“, erinnert sie sich. Krebs – das waren immer die anderen. Doch plötzlich ging alles sehr schnell. Chemotherapie, Operation und Bestrahlung bestimmten ihren Alltag. Was ihr in dieser Zeit half: Bewegung, der Austausch mit anderen Betroffenen und der Wille, sich selbst nicht zu verlieren.

Mit ihrer Geschichte ist Anja nicht allein. Fast jede zweite Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Krebs. Laut Robert Koch-Institut sind es rund 43 Prozent. Die häufigste Krebsart bei Frauen ist Brustkrebs.

Anja arbeitet im Participant Management bei SCC EVENTS – und erhielt im vergangenen Jahr genau diese Diagnose. Erste Veränderungen bemerkte sie selbst. Zunächst hielt sie sie für eine harmlose Zyste. Doch die Mammografie brachte Gewissheit. Von da an ging alles sehr schnell: Chemotherapie, Operation und Bestrahlung.

Zwischen Angst und Erschöpfung

Besonders während der Chemotherapie fühlte sich Anja oft kraftlos, der Körper erschöpft, der Antrieb kaum vorhanden. „Natürlich hatte ich Phasen, in denen ich kaum Motivation hatte oder körperlich einfach sehr schwach war“, sagt sie. Vor der anschließenden Operation hatte sie große Angst, die Bestrahlung dagegen unterschätzte sie: Sie machte sie „unfassbar müde“.

Und doch gab es auch bessere Tage. Montags, am Tag vor der nächsten Chemo, fühlte sie sich meist am stabilsten. Kleine Lichtblicke in einer herausfordernden Zeit.

Ein besonders schwerer Moment war der erste Tag, an dem ihre Haare ausfielen. Schließlich bat sie ihren Freund, ihr die Haare komplett abzurasieren. „Ich wollte diesen Schritt einfach hinter mich bringen“, erzählt sie.

Trotz allem versuchte Anja, ihren Alltag so normal wie möglich weiterzuleben. Sie ist Mutter einer 19-jährigen Tochter und wollte zu Hause nicht nur „die Krebskranke“ sein. Sie machte sich jeden Tag zurecht, schminkte sich und versuchte, sich selbst nicht zu verlieren.

Schritt für Schritt zurück zur Bewegung

Was Anja half, war Bewegung, auch wenn der Anfang schwer war. „Den inneren Schweinehund zu überwinden, war nicht immer einfach. Oft hätte ich es allein nicht geschafft“, erzählt sie. Unterstützung von ihrer Familie, von jemandem, der motiviert, machte einen entscheidenden Unterschied.

Manchmal war es nur eine kleine Runde um den Block. Manchmal nur ein paar Schritte auf dem eigenen Grundstück. Aber jeder Schritt zählte. „Bewegung war das Einzige, was wirklich gegen die Nebenwirkungen geholfen hat – körperlich und auch psychisch.“

Stärke durch Gemeinschaft

Neben der Bewegung war es vor allem der Austausch mit anderen Betroffenen, der Anja Kraft gab. In der Tagesklinik lernte sie tolle Frauen kennen, mit denen sie ihre Erfahrungen teilen konnte. „Dieser Austausch hat mir viel Angst genommen“, sagt sie. Gleichzeitig konnte sie auch andere motivieren, selbst aktiv zu bleiben.

„Es gibt keinen Plan B.“

Beeindruckend: Selbst während der Behandlungszeit blieb Anja aktiv und nahm an Laufveranstaltungen teil, darunter die adidas Runners City Night, der Berliner Silvesterlauf und der Potsdamer Schlösserlauf. Für sie war klar: „Es gibt keinen Plan B. Da musst du jetzt durch.“ Diese Haltung, gepaart mit ihrer positiven Einstellung, trug sie durch die Therapie.

Was bleibt

Heute blickt Anja nicht nur auf eine herausfordernde Zeit zurück, sondern auch auf das, was sie daraus mitgenommen hat. Sie hat gelernt, auf sich zu hören. Grenzen zu setzen. Auch einmal „Nein“ zu sagen.

Gleichzeitig ist nicht einfach alles vorbei. Die Unsicherheit bleibt – wie bei vielen Betroffenen. Aber auch das Vertrauen in die eigene Stärke.

Gemeinsam beim VITAMIN WELL Frauenlauf Berlin

In diesem Jahr wird Anja am 16. Mai beim VITAMIN WELL Frauenlauf Berlin an den Start gehen. Mit einer ganz neuen Perspektive. „Ich freue mich schon sehr auf diesen Tag. Ich werde gemeinsam mit Frauen starten, die ich während der Reha kennengelernt habe.“

Der VITAMIN WELL Frauenlauf Berlin setzt sich seit vielen Jahren für Frauen mit Krebs ein. Ein Euro des Teilnahmebetrags geht als Spende an die Berliner Krebsgesellschaft e.V. und kommt zu 100 Prozent an krebserkrankten Frauen in finanzieller Not zugute. Für Anja hat die Veranstaltung inzwischen auch eine sehr persönliche Bedeutung bekommen.