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Ex-Weltrekordler Wilson Kipsang: «Ich habe einen Traum»

15.09.2018

Wilson Kipsang on his way to set a new world record at the 2013 BMW BERLIN-MARATHON
© SCC EVENTS/PHOTORUN

 Ex-Weltrekordler Wilson Kipsang: «Ich habe einen Traum»  Ex-Weltrekordler Wilson Kipsang: «Ich habe einen Traum»

Von seinen ersten elf Marathonläufen gewann Wilson Kipsang acht,  doch danach kam Sand ins Getriebe. In neun Versuchen schaffte er nur noch einen Sieg, letztes Jahr in Tokio. Diesen dafür auf eindrückliche Weise: In 2:03:58 Stunden verbesserte er den Streckenrekord um fast zwei Minuten und holte sich gleichzeitig eine andere Bestleistung: Der Durchschitt seiner vier schnellsten Marathons liegt bei 2:03:34 Stunden. Da kann nicht einmal Superstar Kipchoge mithalten; er kommt auf 2:03:50.

Seit dem 15. März ist Wilson Kipsang 36 Jahre alt. Unter den 50 schnellsten Marathonläufern des letzten Jahres ist keiner so alt wie er und der ein paar Monate jüngere Kenenisa Bekele. Mit einem Lachen sagt der Kenianer denn auch: «Ich muss mich langsam auf den nächsten Lebensabschnitt vorbereiten. Ich habe in diesem Jahr eine Stiftung gegründet, die den Ärmsten helfen will. Sie wird mich in Zukunft ebenso beschäftigen wie mein Hotel, das «Keellu Resort» in Iten, ein paar andere  Geschäfte und natürlich auch meine Familie mit den vier Kindern.»  Doch so schnell soll das Ende nicht kommen: «Von den Marathon-Majors fehlen mir noch Boston und Chicago; die möchte ich noch gewinnen. Und vor allem: Ich möchte der Erste seit Haile Gebrselassie sein, der den Weltrekord zweimal verbessert.»

Kipsang bezeichnet die «Sub 2:04» von Tokio 2017 als sein bestes Rennen, besser als die 2:03:13 2016 in Berlin. Der Grund? «Die Strecke in Tokio ist schwieriger, hat zahlreiche Richtungsänderungen und auch ein paar Steigungen.»

Dreimal kam der elegante Kenianer zuletzt nicht ins Ziel: Bei der WM 2015 in Peking war es die Hitze, in Berlin im letzten Jahr führte der Regen zu Magenkrämpfen und im vergangenen Februar in Tokio war er krank. «Schon zwei Tage vor dem Rennen hatte ich Durchfall und musste Medikamente schlucken. So kam ich nur bis Kilometer 17.» Ist die Bilanz der letzten Jahre vielleicht nicht doch ein Zeichen, dass er den Zenit überschritten hat?

Wieder lacht er zuerst, bevor er ernsthafte Argumente hervorholt: «Ich bin immer noch sehr hungrig und bin ein sehr positiver Mensch. Das Training verlief gut. Wir hatten zwar viel Regen und mussten oft auf alternative Trainingsstrecken ausweichen, aber dieses Problem hatten auch Eliud und all die anderen. Ich kam pro Woche auf 150 bis 170 Kilometer, das ist ein bisschen weniger als vor einem Jahr. Mit Tempoläufen, Fahrtspielen und Bahntrainings habe ich dafür etwas mehr in die Schnelligkeit investiert. Ich würde sagen, ich bin in einer besseren Form als vor einem Jahr.» Wilson Kipsang ist in Iten auf 2400 Meter über Meer sein eigener Coach und gleichzeitig Chef von etwa 20 Läufern, die hoffen, einmal in seine großen Fußstapfen treten zu können und die er zum Teil auch finanziell unterstützt.  

Seine Laufkarrriere begann er später als andere. Er lief zwar schon mit sieben, ganz dem kenianischen Klischee entsprechend, in die Schule, sechs Kilometer hin und sechs zurück, und holte sich da schon eine gewisse Ausdauerbasis. Nach der Oberschule arbeite er aber zuerst drei Jahre lang als Vertreter für landwirtschaftliche Produkte. Dass er schließlich doch Läufer wurde, hat mit Paul Tergat zu tun. «Ich sah am Fernseher, wie Tergat 2003 in Berlin Weltrekord lief. Da hat es mich gepackt», erzählt der Mann, der ebenso gerne redet wie er läuft. Schon bald gewann er lokale Rennen. Nun wurde die Polizei auf ihn aufmerksam, auch im 21. Jahrhundert neben der Armee der wichtigste Arbeitgeber für Läufer, weil die Präsenzzeit sehr gering ist und gute Trainer zur Verfügung stehen. Seine ersten Auslandstarts im Jahre 2007 waren beeindruckend: 46:27 Minuten über 10 Meilen und 27:51 über 10 Kilometer. 2009 lief er den Halbmarathon als fünfter Mensch unter 59 Minuten, ein Jahr später den Marathon im zweiten Anlauf (in Frankfurt) unter 2:05 Stunden, im vierten unter 2:04, im neunten kam der Weltrekord.

Sein letztes Rennen beendete Wilson Kipsang vor gut zehn Monaten in New York. Da musste er sich erst im Spurt dem zehn Jahre jüngeren Geoffrey Kamworor geschlagen geben, den viele als den kommenden Mann im Marathon sehen. Irgendein wettkampfmäßiger Test auf einer kürzere Distanz, 10 Kilometer oder Halbmarathon? Fehlanzeige. Nach Tokio gönnte er sich eine Pause, während der er – vergeblich, obwohl viele in ihm den geborenen Politiker sehen – versuchte, einen Sitz im kenianischen Parlament zu ergattern. Im Mai begann er mit dem Training für Berlin.

Wilson Kipsang hat einen anderen Manager (Gerard Van de Veen von Volare Sports) als Eliud Kipchoge, der bei Jos Hermens’ Global Sports Communication unter Vertrag ist, und mit Adidas auch einen anderen Ausrüster. Trotzdem glaubt er, dass ein Teamwork mit Kipchoge möglich ist: «Eliud ist ein Frontläufer wie ich. Wir werden uns so lange wie möglich gegenseitig unterstützen.» Und dann? «Egal,was Eliud plant, ich werde am 16. September bereit sein. Ich habe einen Traum. Den Halbmarathon irgendwo um die 61 Minuten und – wer weiss, was dann passiert…» Von Karl Jaspers stammt das Zitat: «Keine Hoffnung haben, bedeutet die Niederlage vorwegzunehmen.»

Jürg Wirz

Statistik zu Wilson Kipsang findet sich im Media Guide auf der Website

 

 


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